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Was ist der Calvinismus?

Was versteht man eigentlich unter Calvinismus (Kalvinismus)?

Zunächst einmal sollten drei Punkte kennen, um den Calvinismus einzuordnen:

 

  1. Es handelt sich beim Calvinismus um eine christliche Weltanschauung.
  2. Der Name Calvinismus geht auf Johannes Calvin zurück und vor allem auf ein systematisches Werk, in dem er den Glauben systematisch und sehr praktisch beschreibt. Dieses Werk nennt man "Institutio Christianae Religionis".
  3. Im Jahr 1619 wurden fünf Punkte gegen Irrlehrer verfasst, die die Kirche mit außerbiblischen Thesen angriffen. Diese 5 Punkte werden häufig auch die 5 Punkte des Calvinismus genannt, sind aber keineswegs geeignet den Calvinismus zu beschreiben.

 

Der Calvinismus war und ist ein fest eingesessenes System, dass viele Menschen mit Freiheit, Fleiß und Befreiung verbinden. Befreiung von den Zwängen und falschen Lehren der herrschenden Kirche, die nicht wandlungsbereit war. Allerdings sprach man dann lieber von Reformation oder der wahren kirchlichen Lehre.

Der Begriff Calvinismus war zu Beginn verhasst, weil er viel zu einschränkend war. Vielmehr wollten Christen reformiert sein, weil die Kirche sich weit weg von der Kirche und den 4 solas entwickelt hatte (Sola Scripture, Solus christus, Sola Gratia, Sola Fide). Menschen, die dies erkannten widmeten ihr Leben und ihr Werk alleine Christus und seinem Heilswerk. Sie benutzten dazu die Begriffe soli deo gloria. Alleine zur Ehre Gottes. Oft abgekürzt als SDG.

Einer der bekanntesten Komponisten klassischer Musik Johannes Sebastian Bach schriebt dies unter jedes Werk. Aber auch Rembrandt, Dürrenmatt und Vincent van Gogh oder Oliver Cromwell, ehemaliger englischer Premierminister, und viele andere waren stark vom Calvinismus geprägt.

Sie können beim Erforschen des Calvinismus erwarten, weit mehr als ein modernes und lebendiges theologisches Lehrsystem, was an sich schon beachtlich und begeisternd wäre, zu entdecken. Der Calvinismus ist im Grunde eine umfassende Weltanschauung, die etliche Fragen zur Lebensführung und den Zusammenhängen der Welt beantwortet.

Zu den Eckpfeilern zählen vor allem folgende Bereiche:

  • Wirtschaftsethik
  • Lebensführung
  • Die Souveränität Gottes

  • Die Lehre von Gottes Bund

  • Die Lehre der Gnade Gottes

  • Errettung alleine durch Christus

  • Die Erwählungslehre

  • Die Frage nach dem freien Willen des Menschen

  • Christliches Leben allein zur Ehre Gottes

  • Die Schöpfung durch den Schöpfer

  • vieles mehr

Vielleicht sind die bekanntesten Auswirkungen in der Wirtschaftsethik und auf die Staaten zu sehen. In der Zeit des aufblühenden Europas im 16.ten und 17.ten Jahrhundert prosperierten vor allem reformatorisch geprägte Städte und Länder. Calvinistische Wirtschaftsethik brachte hart arbeitende Menschen hervor, die bereit waren, jeden Überschuss für soziale geistliche Projekte zu Spenden. So entstanden Waisenhäuser, Krankenhäuser und viele soziale Einrichtungen.
Reformierte Christen unterstützen jede Form von Staatssystemen, bevorzugten Staatssysteme mit Gewaltenteilung und Kontrollfunktionen, da die Erfahrungen mit Aristokratien und Dynastien eher schlecht waren, da gebündelte Macht zu leicht zu Missbrauch führte. So beeinflussten Calvinisten die Demokratisierung von vielen Staaten und prägten auch Staatstheorien.
Calvinistische Weltanschauung trug auch zum Aufbau der amerikanischen Demokratie bei. Massgeblich war dabei die reformierte Bundestheologie/Föderaltheologie
Durch seine Erwählung schloss Gott einen Bund mit den Glaubenden, der dadurch Teil der Kirche Gottes wird. Bei den Kongregationalisten verdichteten sich diese theokratischen Gedanken zur politischen Form der Demokratie, die aber in England nicht zu verwirklichen war. Die dort verfolgten separatistischen bzw. puritanischen Kongregationalisten, die ab 1620 in das spätere Massachusets auswanderten, waren überzeugt, dass die Demokratie die „gottgemäße Staatsform“ ist.
In diesem Zusammenhang wurde auch im Gegensatz zu den Ländern, in denen der Staatsherrscher die Religion seines Volkes bestimmte, die Religionsfreiheit eingeführt. In den christlichen Auswandererstaaten zog diese Weltsicht direkt in die Verfassung ein (z.B. Rhode Island, Conneticut, Pennsylvania). Ein Novum, das in Europa erst später Akzeptanz fand.
Luther war im übrigen hier genau der gleichen Meinung wie Calvin, der auch für unbedingte Religionsfreiheit plädierte. Dies war in Europa jedoch sehr schwer umsetzbar.
Die in der Unabhängigkeitserklärung Amerikas erwähnten Menschenrechte wurde damals religiös-christlich begründet und nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, philosophisch oder naturrechtlich. Für das, was heute als Menschenrechte verstanden wird, kann als Grundlage die calvinistische Auffassung vom Menschen herangezogen werden. Dies verwundert eventuell den einen oder anderen, da man vermutet, dass Menschenrechte schon älter sein müssten. Die UN hat im Grunde als erstes Menschrechtspamphlet den sogenannten Kyros-Zylinder definiert, der den Menschen Religionsfreiheit zubilligte. Auch im Antiken Rom wurden gewisse Rechte für Viele als Menschenrechte betituliert, Allerdings wurde in der Regel mehr Menschen ausgeschlossen, die dann gar keine rechte hatten, zum Bespiel Sklaven, Frauen, Kinder oder "Fremde". Erst die Annahme des Menschen als Ebenbild Gottes führte dazu, dass allgemein gültige Rechte für alle Menschen erlassen wurden und mehr Menschen inkludiert wurden. Wohl gemerkt gab es auch bei der Besinnung auf calvinisische Weltanschaungen Einschränkungen, aber wesentlich geringere und wesentlich weniger umfangreich, so dass man den Geburtszeitpunkt der Menschenrechte auf die Staatsreformen nach der Reformation zurückführen kann.
Weiter prägten Menschen mit calvinistischer Weltanschauung auch Initiativen wie die Gründung des Roten Kreuzes (Henri Dunant) oder

Auf dieser Homepage soll ein Pool von deutschsprachigen Informationen für Suchende zur Verfügung gestellt werden.

Unweigerlich muss auch ein Schwerpunkt auf die 5 Punkte des Calvinismus gelegt werden. Als die 5 Punkte 1618/1619 in Dordrecht aufgegriffen wurden, stellen sie nur einen kleinen - wenn auch sehr wichtigen - aber nicht umfassenden Teil des Calvinismus dar. Wie so häufig entstehen wegweisende Dokumente erst im Angriff auf die eignen Lehren und so auch im 17.ten Jahrhundert als die Anhänger des Arminius die Wurzeln des reformierten Glaubens angriffen und die Kirche umformen wollten. Als Abwehrmaßnahme dazu haben die damaligen Kirchenführer in einer Antwortschrift auf die Angriffe der Remonstranten, das waren die Anhänger von Arminius, reagiert und eine Lehrregel verfasst, die die angegriffenen Bereiche beleuchtete. Nicht umfassend, aber gezielt gegen arminianische Lehrauffassung aufgebaut, wurde dieses Dokument, die so genannten Lehrregeln von Dordrecht, zu einem Meilenstein der reformierten Kirche. Diese Lehrregeln werden deshalb häufig mit "dem Calvinismus" gleichgesetzt. Calvin selbst war daran nicht beteiligt. Er war bereits lange tot (ca. 60 Jahre). Im Zentrum stand in dieser Zeit noch nicht einmal die Abwehr der Remonstranten, sondern viel mehr die unbedingte Treue zu den Lehren und Wahrheiten, die in der Bibel gegründet sind.

Wenn man ganz genau hinschaut war diese Problem nicht ganz neu: Bereits Augustinus (354-430 n.Chr.) beschäftigte sich mit den gleichen Fragen und wehrte die Angriffe der Anhänger von Pelagius ab, die, ähnlich wie die Arminianer, die Souveränität Gottes anzweifelten.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die Schrift Institutio (Institutio christianae religionis). Sie ist das theologische Hauptwerk Johannes Calvins. 1536 zum ersten Mal in Basel erschienen durchlief sie einige Revisionen bis sie in der endgültigen Fassung seit 1559 in vier Teilen mit insgesamt 80 Kapiteln vorliegt.

Um den Calvinismus zu verstehen, ist es wichtig, etwas über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich dabei ein genaues Bild des Umfeldes und der jeweiligen Situation zu verschaffen. Erst im Licht der Kirchengeschichte versteht man die einzelnen Abschnitte und Aussage richtig.

Demzufolge soll der letzte hier genannte Baustein zum Verstehen des Calvinismus auch die kirchliche Bedeutung sein. Im Laufe der Zeit haben sich Gemeinden der Reformation herausgebildet, die Gemeindestrukturen und Lehren des Kalvinismus abbildeten. Hierzu zählen Presbyterianische Kirchen, Puristische Kirchen, Episkopalkirchen und reformierte Baptistengemeinden.

Seit den ersten Tagen der Kirche schwingt sich ein Pfad der reformierten Kirche und des Calvinismus durch die Zeit bis hinein in unsere Tage. Es lohnt sich, zum Pfadfinder des Calvinismus zu werden.

 

 

Aktualisiert (Montag, den 07. November 2016 um 16:22 Uhr)

 
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